Brevet kommt aus dem Französischen und bedeutet – frei übersetzt – so viel wie „Stärkeprüfung“. Ende Juli 2026 hat der RCB einen 1.000 Kilometer-Brevet veranstaltet – von Königswinter zu dessen Partnerstadt Cognac im Département Charente. 33 Frauen und Männer haben die „Stärkeprüfung“ auf sich genommen.

Die Brevet-Teilnehmer:innen überqueren den Rhein bei Königswinter – dann ging es durch die Eifel Richtung Belgien und Frankreich
Die Köngiswinterer Bürgermeisterin Heike Jüngling und die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Königswinter-Cognac, Anette Mock, verabschiedeten die Langstreckenradler:innen am 20. Juli an der Rheinfähre in Königswinter. Auf maximal 75 Stunden, also gut drei Tagen, ist das offizielle Zeitlimit bei einem Brevet über diese Distanz. Die Radlerinnen und Radler wollten rechtzeitig zum Stadtfest am 23. Juli in Cognac sein.

Verabschiedung aller Teilnehmer:innen durch die Königswinterer Bürgermeisterin Heike Jüngling und die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Königswinter-Cognac, Anette Mock.
29 Fahrerinnen und Fahrer erreichten Cognac innerhalb des Zeitlimits
„29 Fahrerinnen und Fahrer haben die Strecke in der vorgegebenen Zeit absolviert. Eine Wertung findet ganz bewusst nicht statt, da Brevets keine Rennen sind“, erklärt RCB-Mitglied Stefan Klarenaar, der diesen Brevet organisiert hat. Der leidenschaftliche Langstreckenradler ist seit Jahren eng mit der Region Charente-Maritime verbunden und verbringt dort mehrere Wochen im Jahr.
Gemeinsam mit französischen Brevet-Organisatoren und Fahrrad-Clubs hatte er bereits im vergangenen Jahr die überwiegend verkehrsarme Strecke nach Cognac ausgearbeitet. Sie führte über die Eifel und die Ardennen nach Bastogne und von dort nach Épernay im Herzen der Champagne. Weiter ging es durch das Burgund nach Briare an der Loire und nach Chauvigny, mit seinen berühmten Burgruinen. Der letzte Teil führte durch das ländlich geprägte Departement Vienne bis nach Cognac an der Charente. Stefan Klarenaar war die Strecke mit rund 7.000 Höhenmetern im September 2025 sogar probehalber abgefahren.

Hier die gesamte Strecke auf einen Blick. Unter dem Link gelangt ihr zur kompletten Route bei Komoot: 1000er Brevet 2026 von Königswinter nach Cognac
„Die Strecke war sehr schön, es ging auf ruhigen Straßen und Radwegen häufig an Kanälen und Flüssen entlang“, schwärmt RCB-Mitglied Peter Adam. Eine von insgesamt vier Teilnehmerinnen, die alle das Ziel im Zeitlimit erreichten, war unser RCB-Mitglied Iris Scharte: „Zwischendurch kommen natürlich Momente, wo man denkt, man schafft das nicht, und man will nicht mehr. Aber wenn ich es dann geschafft habe, motiviert mich das und macht mich auch in anderen Bereichen stark“. Sie freut sich vor allem, dass sie sich durch den 1.000er-Brevet für ein frühes Anmeldefenster für Paris-Brest-Paris im August 2027 qualifiziert hat. Er ist mehr als 1.200 Kilometer lang und der bekannteste und älteste Brevet.

Und die Waldbrände in Frankreich? Und die Hitze? „Es wurde unterwegs zwar zunehmend wärmer, aber die extremen Temperaturen über 35 bis 40 Grad haben wir zum Glück nicht erlebt. Südlich von Paris sind wir relativ dicht an einem Waldbrand vorbeigekommen, aber das hat uns nicht beeinträchtigt“, berichtet Peter Adam. Wenn überhaupt geschlafen wurde, dann haben die Fahrerinnen und Fahrer im Freien auf Isomatten und in leichten Schlafsäcken genächtigt. „Einige haben sich auch Hotels gegönnt“, weiß Stefan Klarenaar zu berichten.
Neben den Brevet-Fahrer:innen waren auch vier Touristik-Radler auf der Strecke. Ohne Zeitlimit absolvierten sie die Tour als eher genussvolle Radreise in sieben bis zehn Tagen – mit gemütlichen Hotel-Übernachtungen und französischer Küche. Auch dies eine beachtliche Leistung.

Beim geselligen Beisamensein mit den Freunden des Fahrradclubs Cognac wurden schließlich auch Trikots getauscht.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Vormittag mit den Mitgliedern des Fahrradclubs von Cognac und den Vertretern des Städtepartnerschafts-Komitees von Cognac. „Es war großartig und sehr herzlich. Wir haben schließlich Trikots ausgetauscht. Und wir bekamen die lokale Spirituosenspezialität eingeschenkt, nicht Cognac, wie viele vermuten, sondern ‚Pineau de Charentes‘“, so Stefan Klarenaar.
2028 will er den 1.000er-Brevet nach Cognac wieder organisieren und anbieten.
Autor: Uwe-Jens Lindner





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